Kieferchirurgie Forschung

Um Ihnen in Zukunft eine noch bessere Behandlung bieten zu können, arbeiten wir in unserer Praxis stets daran, unsere Ärzte und die Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie als Disziplin fachlich voranzubringen

Implantate

Zahnimplantate sind künstliche Zahnwurzeln. Ein Zahnimplantat übernimmt die gleiche Funktion wie die eigene Zahnwurzel, da es direkt mit dem Knochen verwächst. Implantate tragen Zahnersatz: z.B. Brücken, Einzelkronen oder herausnehmbaren Zahnersatz (Prothesen).

Soziale Projekte

Die MKG Praxisklinik bemüht sich neben ihrer ärztlichen und wissenschaftlichen Tätigkeit auch um soziale und humanitäre Projekte. Details dazu finden Sie unter Wissenschaft und Forschung.

  • English
  • Deutsch
  • Русский

Knochenaufbau

Falls bei der Diagnostik festgestellt wurde, dass nicht genügend Knochen für die sichere Verankerung des Implantates zur Verfügung steht, ist der erste Schritt eine sog. Augmentation (Knochenaufbau). Hierbei werden verschiedenste Methoden eingesetzt, welche sich in Aufwand, Schwierigkeit und somit den Kosten stark unterscheiden.

Man unterscheidet einzeitige Augmentation (Knochenaufbau u. Implantation in einem Schritt) von der zweizeitigen Augmentation (Knochenaufbau zuerst, dann spätere Implantation nach ca. 3 Monaten).

Knochenmaterial & Methoden

Knochenersatzmaterial

Knochenanlagerung werden mit körpereigenem Knochenmehl und/oder synthetischem Knochenersatzmaterial vorgenommen.

Während der Operation kann bei Knochenmangel der für den Aufbau benötigte Knochen gewonnen werden, indem beim Bohrvorgang Knochenmehl entsteht. Zudem kann eigenes Knochenmaterial auch mit künstlichem Knochenersatzmaterial gemischt werden.

Sinuslift

Knochenmaterial

Eine Sonderform des Knochenaufbaus stellt der Sinuslift dar. Im Oberkiefer- Seitenzahnbereich ist die Knochenhöhe durch Knochenabbau oftmals so gering, dass ein Implantat nicht in ausreichender Länge stabil eingesetzt werden kann. Durch Einlagerung von Knochen bzw. Knochenaufbaumaterial in den Kieferhöhlenboden wird dieser soweit "angehoben", dass Implantate sicher verankert werden können.

Beim äußeren Sinuslift wird ein Knochenfenster von der Mundhöhle zur Kieferhöhle präpariert und über diesen Zugang die Kieferhöhlenschleimhaut/Knochenhaut (vergleichbar mit der Innenhaut bei einem Ei) vom Boden der Kieferhöhle gelöst. In diesem isolierten Hohlraum wird dann Knochen bzw. Knochenaufbaumaterial eingebracht.

Beim inneren Sinuslift wird über das Implantatbohrloch Knochen unter die Innenhaut der Kieferhöhle gedrückt und somit die Verwendung längerer Implantate ermöglicht.

Knochenblock

Knochenblock

Bei einem zu schmalen oder zu niedrigen Kieferabschnitt kann ein Knochenstück von einer anderen Stelle entnommen und durch Schrauben an der gewünschten Stelle fixiert werden. 

Dieser Knochenblock muß einige Monate einheilen, bevor er durch Implantate belastet werden kann.

Knochenspreizung (Splitting)

Bei zu schmalem Kiefer ist es möglich, den Knochen durch Knochenspreizung für eine Implantateinbringung vorzubereiten. Bei dieser bewährten Technik wird der schmale Knochen mit Hilfe spezieller Mikrosägen in ein lippenseitiges und ein zungenseitiges Blatt gespalten, anschließend die Implantate in den entstandenen Spalt eingebracht und die restlichen Hohlräume mit Knochenersatzmaterial aufgefüllt.

Ein anderes Verfahren nutzt spreitzende, nicht abtragende Bohrer in aufsteigender Größe, um Raum für die Implantate auch im schmalen Knochen zu schaffen.

Distraktionsosteogenese/ Osteodistraktion ("Knochenneubildung durch Auseinanderziehen")

Hierbei wird ein zu niedriger Knochen in einen oberen und unteren Anteil gespalten. Eine an diesen Knochenteilen fixierte Spezialschraube erlaubt das schrittweise Anheben der oberen Knochenspange (ca. 1mm pro Tag), wobei das Potential des Knochens zur Bruchheilung durch Knochenneubildung (Kallus) genutzt wird.

Hierfür muss allerdings eine Distraktionsvorrichtung im Mund für einige Wochen getragen werden; dabei erreicht man ca. 10 mm neu gewonnene Knochenhöhe in 12 Wochen. Vorteil: auch Weichgewebe kann dabei mit gedehnt werden.

Horizontal gestielte Splitosteotomie

Die horizontal gestielte Splitosteotomie (HGSO) stellt eine chirurgische Knochenaufbaumethode dar, der in besonders gelagerten klinischen Fällen der klassischen Technik des offenen Sinuslifts der Vorrang gegeben werden sollte. Die Methode wurde von uns entwickelt und erstmals auf dem Jahreskongress für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen, Oralchirurgen und Zahnärzte in St. Anton am Arlberg (2010) vorgestellt (siehe Programm als PDF).

In der Regel ist die knöcherne Atrophie des Oberkiefers nicht nur mit einer Verminderung des Knochenangebotes in der Breite assoziiert, sondern auch in der vertikalen Dimension. Dies hat zur Folge, dass die klassisch angewandte Knochenaufbautechnik des offenen Sinuslifts die vertikale Dimension der Knochenatrophie nicht berücksichtigt, sodass die Zahnkronen beim Patienten sehr lang werden.

HGSO

Unter Verwendung der HGSO wird das Trauma für die Kieferhöhle deutlich reduziert und die eigentliche Atrophie des Kiefers, nämlich die vertikale Schrumpfung, durch ein Nach-Unten-Verlagern von Schleimhaut und Knochen wiederhergestellt. 

Der dadurch geschaffene Raum zwischen Kieferhöhlenschleimhaut und der nach unten verlagerten Mundschleimhaut erlaubt die Einlagerung des Knochens in dem Bereich, wo ursprünglich die Zähne standen. 

Die Technik ist aufgrund der fehlenden Verletzung von Kieferhöhlenstrukturen für den Patienten bei weitem weniger traumatisierend, als die der offenen Sinuslifttechnik. Zum besseren Verständnis haben wir die Technik oben in schematischen Skizzen dargestellt. Die Methode verlangt allerdings immer eine zweizeitige Vorgehensweise (erst Knochenaufbau, 3 Monate später Implantation).